Valérie Leray
ORT OHNE NAMEN
Pressemitteilung vom 17. September 2015
17. September 2015
Sehr geehrte Journalistinnen und Journalisten,
 
die Einzelausstellung „Lieu sans Nom - Ort ohne Namen“ stellt die Bestandsaufnahme eines Projektes Valérie Lerays dar. Die französische Künstlerin begann eine umfangreiche Recherche über die Verfolgung ihrer Minderheit in Frankreich in der Zeit des Nationalsozialismus und fand die verlassenen Orte der sogenannten „Zigeunerlager“ im ganzen Land.

UrsprĂĽnglich auf der Suche nach biografischem Hintergrund und Familienfotos stieĂź sie im Jahr 2006 auf eine merkwĂĽrdige LĂĽcke in der Dokumentation ihrer Familie:
Ihr Großvater Jean François Leray schien in den Fotoalben ihrer Familie nicht aufzutauchen. Sie musste feststellen, dass er als Manouche während der „nationalsozialistischen Zeit“ inhaftiert war. Es entstanden Fotos von Landschaften, deren scheinbarer Frieden ein trügerischer ist. Denn so wie die Orte erst durch den Kontext der Fotografie durch Valérie Leray, einer Nachkommin eines verfolgten Manouche, wieder mit ihrer Vergangenheit verbunden werden, so liegt noch heute die Erfahrung der Verfolgung unsichtbar aber doch omnipräsent in der Erinnerung der Familien verborgen.

Mit ihren sensiblen und ästhetisch wohl komponierten Aufnahmen leistet Leray einen nicht zu unterschätzenden Impuls für die Aufarbeitung und Erinnerung an das oft als den „vergessenen Holocaust“ bezeichnete Genozid an ihrem Volk. Denn gerade in Frankreich ist die Aufarbeitung der Verfolgung während des Vichy Regimes und auch danach noch nicht abgeschlossen. Dies macht die Ausstellung „Ort ohne Namen“ noch bedeutsamer. Die Ausstellung wird ein Anlass sein, sich neu dem Thema zu widmen. Die Arbeit von Valérie Leray stellt den seltenen Moment dar, in dem die politische Bedeutung eines künstlerischen Werkes mit der ästhetischen Qualität, Sorgfalt und Eleganz einhergeht.

Die Ausstellung wird im Rahmen der Eröffnung des zweiten Bauabschnittes des AUFBAU HAUS (9. Oktober) und der Eröffnung des DoKuZ Sinti und Roma Berlin (23. Oktober) gezeigt, so dass ihr zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit und die Anwesenheit wichtiger politischer Vertreter sowohl der Sinti und Roma als auch der Berliner Politik sicher sein wird. Die Eröffnung des DoKuZ Sinti und Roma ist eine strukturelle Errungenschaft der Minderheit, die auf der langjährigen Arbeit der Emanzipationsbewegung der Sinti und Roma beruht, zu der die europäischen Künstler_Innen einen nicht zu unterschätzenden Beitrag geleistet haben.
 

Text: Moritz Pankok, Kurator

Wir laden Sie herzlich ein!

Ihr Galerie Kai Dikhas-Team

Zusätzlich werden am 9. und 10. Oktober Führungen mit Moritz Pankok, künstlerischer Leiter, durch unsere Ausstellungen „Ceija Stojka . Heute ist Gestern“ und Delaine und Damian Le Bas’ Installation „Safe European Home? Past Present Future“ angeboten. Die neuen Räume des DoKuZ Sinti und Roma (Berlin) und der Kunstraum Dikhas Dur werden Teil der Führungen sein.

FĂĽhrungen mit Moritz Pankok am Freitag, den 9. Oktober:
15 und 17 Uhr

FĂĽhrungen mit Moritz Pankok am Samstag, den 10. Oktober:
12 Uhr und 16 Uhr

Treffpunkt:
Delaine und Damian Le Bas’ Installation „Safe European Home? Past Present Future“ . Aufbau Haus am Moritzplatz . Prinzenstraße 84 .



ERÖFFNUNG  
Freitag, 9. Oktober 2015 . 19 - 21 Uhr Eintritt frei

KÜNSTLER_INNENGESPRÄCH 
zur Finissage

mit Valérie Leray, André Jenö Raatzsch und Moritz Pankok

Freitag, den 20. November 2015 um 18 Uhr

LAUFZEIT

10. Oktober bis 21. November 2015

Ă–FFNUNGSZEITEN Mittwoch bis Samstag . 12 - 18 u.n.V
ORT Galerie Kai Dikhas . Aufbau Haus am Moritzplatz



Bei RĂĽckfragen stehen wir Ihnen gerne zur VerfĂĽgung:
Moritz Pankok MA (kĂĽnstlerischer Leiter)
Mi-Kyung Jun MA (Galerie Management)
Tel. 030 - 343 99 309 . presse@kaidikhas.com


FĂĽr die eigene Pressearbeit kann es vorkommen, dass bei Veranstaltungen fotografiert wird. Wenn das nicht gewĂĽnscht ist, wenden Sie sich bitte direkt an den Veranstalter und/ oder Fotografen.

 
 
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