Daniel Baker, Delaine Le Bas, Val√©rie Leray, Imrich Tom√°Ň°, Alfred Ullrich, K√°lm√°n V√°rady, George Vasilescu, David Weiss
STOPPING PLACES IV
Pressemitteilung vom 10. November 2014
06. Dezember 2014 - 17. Januar 2015

Sehr geehrte Journalistinnen und Journalisten,
 
die GALERIE KAI DIKHAS ‚Äď die Galerie f√ľr zeitgen√∂ssische Kunst der Sinti und Roma ‚Äď zeigt vom 6. Dezember 2014 bis 17. Januar 2015 die Gruppenausstellung STOPPING PLACES IV.

Die Eröffnung findet am Freitag, den 5. Dezember 2014 von 19 bis 21 Uhr im Aufbau Haus am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg statt. Dazu möchten wir Sie herzlich einladen.

Die Galerie h√§lt inne und wirft mit acht zeitgen√∂ssischen K√ľnstlern der Minderheit aus ganz Europa einen Blick zur√ľck auf dreieinhalb Jahre bewegte Ausstellungsarbeit und nun bald 40 Ausstellungen im In- und Ausland. "Stopping Place" hei√üt so viel wie Rastplatz oder Haltepunkt. F√ľr uns sind diese Kunstwerke Wegmarken, an denen wir reflektierend nach vorne und zur√ľck blicken.

Nach ihren j√§hrlichen Vorg√§ngerausstellungen STOPPING PLACES I - III, ist auch STOPPING PLACES IV die Bilanz und Gegenwartsdiagnose der Galerie Kai Dikhas. Unserer diesj√§hrigen Einladung sind acht sehr unterschiedlich arbeitende K√ľnstler gefolgt. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Kaleidoskop, sowohl hinsichtlich der unterschiedlichen, k√ľnstlerischen Ausdrucksm√∂glichkeiten, wie auch des divergierenden Umgangs mit der sie einenden Thematik.

STOPPING PLACES IV fragt wieder nach dem Umgang mit dem in Gesamteuropa eskalierenden Antiziganismus: DOES HISTORY REPEAT ITSELF? Die Situation der europäischen Roma lenkt den Blick davon ab, zu sehen, dass die Roma ein transnationales Volk sind, dem es trotz heterogener Lebensweisen und der Herkunft aus unterschiedlichsten indischen Völkern gelungen ist, sich in der Diaspora als Einheit zu begreifen -  etwas, was in Europa erst noch gelingen soll.

Die Galerie Kai Dikhas freut sich auch drei K√ľnstler anzuk√ľndigen und zeigen zu d√ľrfen, die Franz√∂sin VAL√ČRIE LERAY, den Briten DANIEL BAKER und den deutschen Sinto DAVID WEISS. Sie werden 2015 Einzelausstellungen in der Galerie zeigen.

DANIEL BAKER präsentiert sein SURVIVAL BLANKET, ein kreisförmiges ornamental aus Überlebensdecken geflochtenes Wandbild, welches in glänzender Schönheit die Gefahr und Zerbrechlichkeit unseres Lebens thematisiert. Daniel Baker ist mit seinen internationalen Ausstellungen und Publikationen einer der wichtigsten Vertreter der Kunst der Minderheit.

Nach ihrer fulminanten Pr√§sentation im Rahmen des gerade vergangenen 6. Europ√§ischen Monats der Fotografie in der Ausstellung EIGEN.BILD zeigt die in Berlin ans√§ssige franz√∂sische Fotografin VAL√ČRIE LERAY ein weiteres Bild ihrer Serie NOMADES, die mit ihren Landschaftsaufnahmen, die weitgehend unbekannten Orte der Inhaftierung der franz√∂sischen Sinti und Roma w√§hrend der Nazizeit in unsere Erinnerung rufen und so dem der Minderheit lange verweigerten Gedenken eine fotografische Pr√§senz gew√§hrt.

Der junge K√ľnstler DAVID WEISS entf√ľhrt den Betrachter in seine sehr eigene Bildwelt und macht neugierig auf seine erste Soloausstellung in 2015. In Lithographien und farbenreichen Holzschnitten pr√§sentiert er eine satirische Kommentierung unserer Welt und befreit sich so sowohl von konservativen Weltsichten, allt√§glichen L√§stigkeiten wie auch von der aktuellen Aussichtslosigkeit zahlreicher Konflikte. Wie vielen Angeh√∂rigen der Minderheit wurde ihm lange seine Zugeh√∂rigkeit zu den Sinti aus Angst vor Diskriminierungen verschwiegen. Heute aber ist diese eine Neuentdeckung, die er mit seiner unkonventionellen Kunst und Lebensweise als Bereicherung erlebt. Man darf sich fragen, wie viel Talent der Sinti noch im Verborgenen ruht.

 

Weiteren Positionen der Ausstellung sind den Besuchern der Galerie in guter Erinnerung:

Der junge rum√§nische K√ľnstler GEORGE M. VASILESCU kn√ľpft in experimenteller Grafik an ein traditionelles Handwerk der Roma seiner Heimat an. Er schafft mittels eines handgeschmiedeten Kessels Abdr√ľcke, die das Objekt zur Generierung neuer Zeichen nutzen. Damit erinnert er an vergangene Traditionen und leitet gleichzeitig einen neuen Aufbruch ein.

Die Kunstwelt des K√ĀLM√ĀN V√ĀRADY stellt durch ihre Intensit√§t eine Alternative zu einem konventionellen Dasein dar. In barocker Vielfalt begegnen uns Verweise auf andere Kulturen und Epochen. Wir zeigen die neuesten GYPSY WARRIORS des K√ľnstlers (Materialassemblage). Die Madonnen, die in sich christlich-katholischer und heidnischer Symbolik vereinen, wurden mit Fotografien, Postkarten, Kn√∂pfen, kleinen H√∂rnern, Ketten, Z√§hnen und Amuletten assembliert.

DELAINE LE BAS pr√§sentiert ihre Arbeit. Angesichts der weiter grassierenden Unterdr√ľckung der Roma in Europa, ein Werk, das einen bitteren Bogen von historischen Motiven der Carmen und Esmeralda ins hier und jetzt schl√§gt. Delaine Le Bas zeigt sich einmal mehr als eine so historisch bewusste wie aktuelle und virtuose K√ľnstlerin.

ALFRED ULLRICH zeigt seine druckfrischen Weiterentwicklungen von Motiven seiner letzten Ausstellung BLACKOUT . GUGGUG. So wird es unseren Besuchern m√∂glich, unseren K√ľnstlern in ihrem Schaffen nah zu sein und ihre Entwicklung zu begleiten.
Die neue Arbeit seines slowakischen K√ľnstler-Freundes IMRICH TOM√Ā҆ zeigt ihre N√§he bei unterschiedlichen Medien und ihr k√ľnstlerischer Dialog setzt sich fort.

 
 Wir laden Sie herzlich dazu ein teilzunehmen!
 
 
 
 
back