Nihad Nino Pušija, André Jenö Raatzsch
Parno Gras und Your Beautiful Blue Eyes
Pressemitteilung vom 14. September 2016
14. September 2016
Parno Gras: mukline Evropljanura

Die Fotoserie Parno Gras: mukline Evropljanura befasst sich mit dem Leben der Roma in Europa und ihren Schicksalen. Dabei kommen Fragen in sozialer und politischer Hinsicht auf, nicht zuletzt die nach dem FlĂĽchtlingsstatus der Roma.

„Kunst sehe ich immer als ein probates Mittel, um Missstände zu benennen und diese sichtbar zu machen. Meine fotografischen Langzeitdokumentationen fokussieren oft auf die Marginalisierten Europas, unter ihnen viele Roma. Ich ergänze meine Aufnahmen mit ihren persönlichen Erzählungen und Hintergrundgeschichten. So eröffne ich Binnenperspektiven. Meine Kunst und Fotografie ist stets eng mit meinem Leben verbunden. Je länger ich meine Zeit an einem Ort verbringe, desto intensiver und authentischer wird mein dortiges Erleben und dadurch auch meine künstlerische Auseinandersetzung und Produktion. Zu meiner Strategie und Verantwortung gehört es, dass ich über Jahre und Jahrzehnte oftmals mit den gleichen Protagonisten lebe und arbeite. Die Situation der Roma in Europa fotografisch zu begleiten ist keine kurzweilige Safari, auf der man schnelle Schnappschüsse macht.“
Nihad Nino Pušija


Your Beautiful Blue Eyes

Die performativ-fotografische Ausstellung stellt die Frage, wie die gesellschaftliche und politische Bedeutung von Sinti und Roma-Fotografien im Zeitalter der Partizipation neu konstruiert wird.    

Was erwarten Sie von Abbildungen, die Roma und Romnija zeigen? Sie werden in der Ausstellung Your Beautiful Blue Eyes keine sogenannten „Zigeuner-Bilder“ finden. Stattdessen begegnen Sie Bildern und Erzählungen, die komplexe geschichtliche, gesellschaftliche, politische und kulturelle Beziehungen und Bedeutungen zeigen, entwickelt aus der emanzipatorischen und subversiven Sichtweise der Sinti und Sintizze sowie der Roma und Romnija. „Letzten Endes ist die Fotografie nicht dann subversiv, wenn sie erschreckt, aufreizt oder gar stigmatisiert, sondern wenn sie nachdenklich macht.“ Was Roland Barthes in Die helle Kammer schrieb, gilt auch für diese Ausstellung.    

Diese Aussage verdichtet Ariella Azoulay, Professorin für Philosophie und visuelle Kultur an der Bar-Ilan-Universität in Tel Aviv. Sie vertritt in ihrem Buch The Civil Contract of Photography eine Theorie, die alle am fotografischen Prozess Beteiligten einbezieht: Kamera, Fotografen, fotografierte Person und Zuschauende. Azoulay betont vor allem die Verantwortung der betrachtenden gegenüber der abgebildeten Person, was zur Schlüsselfrage der Ausstellung wird.



ERÖFFNUNG Freitag, 30. September 2016 . 19–21 Uhr
LAUFZEIT 1. Oktober bis 19. November 2016  Eintritt frei
ORT Galerie Kai Dikhas . Aufbau Haus am Moritzplatz
  Prinzenstraße 84.2 I 10969 Berlin
PODIUMSDISKUSSION mit
Nihad Nino Pušija, Valérie
Leray, André Jenö Raatzsch und
Moritz Pankok
Donnerstag, den 20. Oktober um 20 Uhr Eintritt frei

Bei RĂĽckfragen stehen wir Ihnen gerne zur VerfĂĽgung:
Moritz Pankok MA (KĂĽnstlerischer Leiter)
Mi-Kyung Jun MA (Galerie Management)
Tel. 030 - 343 99 309 . presse(at)kaidikhas.com
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