Ladislava GazŐĆiovaŐĀ (Gaziova), Damian Le Bas, Delaine Le Bas, MaŇāgorzata Mirga-Tas, EmiŐĀlia (Emilia) RigovaŐĀ (Rigova)
Kali Berga . Der schwarze Berg
Pressemitteilung vom 9. März 2017
09. März 2017
Sehr geehrte Journalist*innen,

nach einigen Jahren des intensiven Austauschs mit der polnischen Roma-K√ľnstlergruppe Jaw Dikh! (Offener Blick!) um MaŇāgorzata Mirga-Tas zeigt die Galerie Kai Dikhas nun Kali Berga . Der schwarze Berg, eine von Dr. Wojciech Szymanski kuratierte Gruppenausstellung. MaŇāgorzata Mirga-Tas, Ladislava GaŇĺiov√°, Delaine Le Bas, Damian Le Bas und Em√≠lia Rigov√° zeigen Arbeiten, die 2016 entstanden sind und zuerst in der Galerie Ksińôgarnia / Wystawa in Krakau zu sehen waren.

Die K√ľnstler*innen von Jaw Dikh! kommen aus Czarna G√≥ra oder Kali Berga (Schwarzer Berg) wie es auf Romanes hei√üt, einem Dorf, das die beiden Regionen Podhale und SpiŇ° verbindet und dabei auch zwei Gemeinschaften beheimatet, die Goralen und die Roma.‚Ä®Der Titel verortet den Ursprung der Ausstellung nicht nur klar, sondern erstellt ein mehrschichtiges Bedeutungskonstrukt: Der Kali Bari Berga ist ein gro√üer schwarzer Berg, aber Kali Berga ist auch ein Durchgangsort mit dem Blick auf die h√∂her gelegenen Regionen Bukowina und BiaŇāka TatrzanŐĀska. Und diese Perspektive ist eben nicht nur landschaftlich zu verstehen, sondern bestimmt auch das Zusammenleben der Communities der Goralen und Roma: Die anderen, die Nicht-Ans√§ssigen, bevorzugen die Vogelperspektive, den (Welt-) Blick nach unten ‚Äď von oben herab.

Gerade deshalb ist aber der erwidernde Blick von unten nach oben eng verbunden mit dem Ort Czarna G√≥ra. Ist es infolgedessen nicht v√∂llig berechtigt, Kali Berga als eine Metapher zu betrachten? Kali Berga ist auch der heilige Berg der indischen G√∂ttin Kali, der G√∂ttin der Zeit, des Wandels und der Zerst√∂rung. Kali verk√∂rpert der Legende nach die Mutter aller Roma, die ber√ľhmteste schwarz(-h√§utige) Figur in der polnischen Literatur, die immer als die Figur des Fremden galt. In diesem Sinne wird der schwarze Berg zu ihrem Berg, zu Kalis Berg.

Kali Berga ist also nicht nur eine Sch√∂pfung der Natur, sondern ein Topos der Kunst. Zudem l√§sst sich der Name leicht ins Englische √ľbersetzen und wird mit der 1933 in North Carolina gegr√ľndeten legend√§ren Kunstschule ‚Äď dem ber√ľhmten Black Mountain College ‚Äď in Verbindung gebracht. Eine Schule, deren Curriculum auf der vom Bauhaus in Deutschland entwickelten, √ľbergreifenden Bildungspolitik, aufbaute. Gerade als das Bauhaus von den Nationalsozialisten 1933 geschlossen wurde, begann die Arbeit des amerikanischen Black Mountain Colleges. Diese Kunstschule wurde dank ihrer spezifischen stilpluralistischen und dennoch wiedererkennbaren k√ľnstlerischen Sprache zur Wiege der modernen zeitgen√∂ssischen Kunst.

Kali Berga ist ein Ort des Zusammenkommens. Ein Ort unmerklicher Veränderungen, an dem die Zeit kaum Spuren hinterlässt. Er ist, das wird man sehen, ein magischer Berg.
 
In Kooperation mit

                    
                    
ER√ĖFFNUNG Mittwoch, 5. April 2017 . 19-21 Uhr
LAUFZEIT 5. April bis 3. Juni 2017 . Eintritt frei
  Mittwoch bis Samstag . 12-18 Uhr u.n.V.
GALLERY WEEKEND Freitag bis Samstag, 28. bis 30. April 2017 .
11 bis 19 Uhr
ORT Galerie Kai Dikhas und Kunstraum Dikhas Dur . Aufbau Haus am Moritzplatz
  Prinzenstraße 84.2 I 10969 Berlin
   


Der Welt-Roma-Tag 2017 . Ein Tag der Kunst
Artist Talk mit Dr. Wojciech Szymanski, MaŇāgorzata Mirga-Tas, Delaine Le Bas und Damian Le Bas

Anl√§sslich des diesj√§hrigen Welt-Roma-Tages findet im Kunstraum Dikhas Dur eine Matinee zur aktuellen Ausstellung Kali Berga. Der schwarze Berg statt. Nach dem Vortrag Von der Boheme zur Post-Roma Kunst und zur√ľck. The Mapping of Kali Berga von Ausstellungs-Kurator Dr. Wojciech Szymanski (Krakau) f√ľhren die K√ľnstler*innen der Ausstellung - MaŇāgorzata Mirga-Tas, Delaine und Damian Le¬† Bas - sowie der Kurator und ihr Publikum ein Gespr√§ch √ľber die Zust√§nde und Zusammenh√§nge der zeitgen√∂ssischen Kunst der Sinti und Roma, insbesondere in Polen, und ihr fruchtbares Zusammenwirken mit der politischen Roma-Emanzipationsbewegung Europas.

Eine Matinee in englischer Sprache moderiert von Vasile Marian Luca, Galerie Kai Dikhas.

Nach der Veranstaltung empfiehlt es sich, die benachbarte Demonstration der Ini Romnja zu besuchen.

ARTIST TALK Samstag, den 8. April 2017 . 12 Uhr
ORT Kunstraum Dikhas Dur . Aufbau Haus am Moritzplatz
  Prinzenstraße 84.1 I 10969 Berlin


Bei R√ľckfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verf√ľgung:
Moritz Pankok MA (K√ľnstlerischer Leiter)
Mi-Kyung Jun MA (Galerie-Management)
Tel. 030 - 343 99 309 . presse(at)kaidikhas.com
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