K√°lm√°n V√°rady
LA FAMIGLIA
Pressemitteilung vom 7. August 2015
07. August 2015
ob wir vertrieben werden oder bleiben d√ľrfen, in abbruchheimen oder auf versifften standpl√§tzen leben m√ľssen, unsere kinder in sonder-schulen, -klassen, -kinderg√§rten gehen m√ľssen. ob wir mit gutscheinen auskommen m√ľssen oder immer noch bestaunt, beklatscht oder als fremde verachtet werden - was immer da sein wird und einem schutz, halt und geborgenheit gibt, ist die familie

K√°lm√°n V√°rady

Sehr geehrte Journalistinnen und Journalisten,

in einer raumgreifenden Installation stellt der von ungarischen Roma abstammende K√ľnstler K√°lm√°n V√°rady das, was famili√§r, also ‚Äěvertraut‚Äú ist, in Frage. Denn die gezeigte Familie entstammt einer Wunderkammer. Leben und Tod, Humor und Schrecken, Profundes und Stereotypes, Vergangenheit und Zukunft sind in seinen barocken Materialcollagen miteinander verwoben. Angesichts von Verfolgung, Vertreibung, Diskriminierung und Ausgrenzung ist es doch nur die Familie, die Schutz und Geborgenheit bieten kann. Mit V√°radys vertrauter Fremde entsteht ein ebenso spektakul√§res wie fragiles Gebilde. Seine Einzelwesen bilden eine Einheit, verbinden sich. Die geh√∂rnten Figuren m√∂gen an die Darstellungen von Heiligen genauso wie an die des Teufels erinnern, als dessen Verehrer die Roma im Mittelalter verfolgt wurden. V√°rady spielt immer wieder auf Stereotype an, die mit der Minderheit verbunden werden. Er f√ľhrt sie mutwillig und humorvoll ad absurdum und entlarvt sie so auf seine Weise. Jedenfalls sind es selbstbewusste Kreaturen, die der K√ľnstler ‚Äď als Warriors bezeichnet ‚Äď unserer von Verg√§nglichkeit bestimmten und feindlichen Umwelt entgegenstellt. Mit zahllosen Amuletten beh√§ngt, strahlen sie einen besonderen Zauber aus, der sie (und ihre Besitzer) vor Unbilden besch√ľtzen m√∂ge.

Den Besuchern der Galerie Kai Dikhas bereits bekannt, begegnen wir auch der Figur Calypso wieder, einer mit Kauri-Muscheln bedeckten Sch√∂nheit, die, nach der Nymphe benannt, deren Verf√ľhrungsk√ľnsten Odysseus erlag, so zu einer Art Work-in-Progress wird. Nun sind ihr als √úberh√∂hung einer ‚Äěirdischen‚Äú Familie Kinder beigestellt.

V√°radys Assemblagen nutzen die Assoziationen der Objekte. Gekonnt und dezidiert spielt der K√ľnstler mit einer Klaviatur von Bez√ľgen, von Lebens- und Todessymbolen und pers√∂nlichen Erfahrungen. Die Fundst√ľcke seiner vielen Reisen zitieren unterschiedliche Kulturen und schaffen ein interkulturelles Geflecht. Die Vergangenheit verschmilzt mit der Gegenwart zu einem surrealen Ganzen. Mit religi√∂sen Zitaten, wie seinen √ľberformten Heiligenfiguren, er√∂ffnet K√°lm√°n V√°rady seiner Kunst eine weitere, eine spirituelle Dimension. Die Kunst von K√°lm√°n V√°rady steht in der Tradition gro√üer surrealistischer K√ľnstler des 20. Jahrhunderts wie Max Ernst oder Marcel Duchamp, er schafft jedoch thematisch ein ganz eigenes Universum.
 
Text: Moritz Pankok, Kurator

Wir laden Sie herzlich dazu ein teilzunehmen!

Ihr Galerie Kai Dikhas-Team

ER√ĖFFNUNG¬†¬†
Freitag, 28. August 2015 . 19 - 21 Uhr . Eintritt frei
LAUFZEIT

29. August bis 2. Oktober 2015

√ĖFFNUNGSZEITEN Mittwoch bis Samstag . 12 - 18 u.n.V
ORT Galerie Kai Dikhas . Aufbau Haus am Moritzplatz

Sonderf√ľhrung mit Moritz Pankok, k√ľnstlerischer Leiter: ¬†¬†¬†
Samstag, den 5. September 2015 um 16 Uhr

Sonderöffnungszeiten zur Berlin Art Week:   
Dienstag bis Sonntag . 15. bis 20. September 2015 von 12 bis 19 Uhr

Sonderf√ľhrung zur Berlin Art Week mit Moritz Pankok, k√ľnstlerischer Leiter:¬†¬†¬†
Dienstag bis Samstag . 15. bis 19. September 2015 um 16 Uhr


Bei R√ľckfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verf√ľgung:
Moritz Pankok MA (k√ľnstlerischer Leiter)
Mi-Kyung Jun MA (Galerie Management)
Tel. 030 - 343 99 309 . presse@kaidikhas.com


F√ľr die eigene Pressearbeit kann es vorkommen, dass bei Veranstaltungen fotografiert wird. Wenn das nicht gew√ľnscht ist, wenden Sie sich bitte direkt an den Veranstalter und/ oder Fotografen.

 
 
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